tatuntat

Mit jedem Klang, mit jedem Wort, jeder Aktion wird Wirklichkeit neu geschrieben, neu erfunden. Ebenso verwirklicht sich die Stille. Der Moment führt zur Tat oder zur Untat! Skulpturen erstehen, stürzen zusammen, Impulse gestalten den Raum.

Anna Bella Eschengerd entwickelt im Augenblick der Aufführung spontane Wort- und Stimmimprovisationen. Es entsteht Spontanpoesie – Textfragmente, Gedankensprünge und Assoziationen treten in Dialog mit den Musikern, dem Publikum und dem Raum. Die Sprache zeigt ihre Gestalt als Klangkörper und als Sinnträger, die Stimme wird zum Instrument.

Willem Schulz spielt sein Cello auf vielfältige Weise, weit über den klassischen Gebrauch des Instruments hinaus. Er wechselt dabei zwischen klassischen und fluxusartigen Spielweisen. So betrachtet er sein Instrument als Werkzeug, das er nach allen Möglichkeiten des akustischen und performativen Gebrauchs abtastet und womit er zugleich den Raum erforscht.

Marcus Beuter sammelt weltweit Originaltöne. Mittels einer Musiksoftware bearbeitet er die Originaltöne live im Augenblick des Auftritts und schafft so Klänge in einem breiten Spektrum zwischen konkreten und abstrakten Geräuschen. Herauskommen können z.B. tupfende Akzente, gewaltige Klangmauern oder weitflächige Soundscapes.

Vom Titel zum Klang

TATUNTAT improvisiert und schafft dabei einen Raum aus textlichen und musikalischen Spontanbeiträgen. Der Text besteht aus sprachlichen Prototypen, die Bilder gestalten, aber nicht definieren, sondern über Assoziationsbrücken wandelbar halten. Die Musik lässt im Prinzip alles Akustische zu, das hier und jetzt möglich ist.

Die Gestalt der Musik wird auch durch das Innehalten, das Hinhören und die Pause geprägt. Die Kunst-Gebilde können auch als eine Sichtbarmachung der augenblicklichen Beziehung zwischen Künstlern, Publikum und Raum verstanden werden. Wie eine Membran nehmen die Künstler die vorhandenen Schwingungen auf und übersetzen sie in Worte und Klänge.

Das Trio TATUNTAT besteht seit Sommer 2008. Die Künstler kombinieren ihre Erfahrungen aus Solo- und anderen Ensembleprojekten zu einem für sie neuen poetischen Erlebnis. Sie begreifen ihre Arbeit als kontinuierliche Suche nach unmittelbaren Formen musikalischen Ausdrucks.

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